eine:n Computational Archaeologist (m/w/d)

| Stellenausschreibungen

Das Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA), Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, ist ein weltweit tätiges archäologisches Forschungsinstitut und Museum mit Hauptsitz in Mainz und weiteren Standorten in Neuwied, Mayen und Schleswig. Seit seiner Gründung im Jahr 1852 widmet sich das Museum der materiellen Hinterlassenschaften aus 3 Mio. Jahren Menschheitsgeschichte mit dem Ziel, menschliches Verhalten und Handeln sowie die Entwicklung und den Wandel von Gesellschaften zu verstehen.

Für den Standort Monrepos in Neuwied suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine:n Computational Archaeologist (m/w/d) (EG 13 TV-L, in 50% Teilzeit) befristet bis zum 30.06.2029.

Das Forschungsprojekt „TNT – Towards a new taphonomy: biostratinomic transformations and the dynamic origin of the fossil record”, wird durch das Leibniz Kollaborative Exzellenz Programm (K731/2025) gefördert.
TNT hat sich zum Ziel gesetzt, die (bio-)chemischen und physikalischen Veränderungen von Knochen während der Diagenese zu untersuchen, um sowohl die Auflösung als auch die Validität der durch traditionelle zooarchäologische Analysen ermittelten taphonomischen Prozessabläufe zu verbessern. Dieser Ansatz integriert mehrere analytische Methoden – FTIR, BSEM, CT, ToolScan und CLSM –, die auf archäologisches Material aus Neumark-Nord (Eemwarmzeit, 125.000 Jahre vor heute und Rothenklempenow (Holozän, Mesolithikum) sowie auf Knochen aus kontrollierten Mikrokosmos- und ethnoarchäologischen Experimenten angewendet werden. Die zooarchäologisch sehr gut aufgearbeiteten Fundassoziationen von Neumark-Nord und die Erkenntnisse zu ihrer Taphonomie bilden den Taktgeber, um biostratinomische Prozesse und Analysen zur Knochendiagense miteinander zu verbinden. Der Fundkomplex aus Rothenklempenow wird als ergänzender Testfall dienen, um unseren methodischen Rahmen in einem anderen zeitlichen Kontext zu validieren.

Ihre Aufgaben:

  • Ihr Aufgabenfeld umfasst das Datenmanagement und die Datenanalyse im Projekt
  • Das Management benötigt die Integration, Zusammenstellung und Publikation unterschiedlichen Daten und Datensätze aus taphonomischen Knochenanalysen und diversen Laboruntersuchungen, insgesamt ein Volumen mit mehreren hunderttausend Einzeldaten. Diese Daten müssen zugeordnet, extrahiert und gemeinsam untersucht werden können
  • Die Datenanalyse beinhaltet Interpretation der erhobenen Daten und Datensätze durch Modellierungen und Simulationen in hochskalierten zeitlichen Dimensionen. Dazu entwickeln und wenden Sie computergestützte Modelle (Agent-based Modelling, Maschinelles Lernen) für die archäologischen Fragestellungen des Projekts an

Ihr Anforderungsprofil:

  • Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Archäologie und Computer Science. Sie verfügen daher über entsprechende Abschlüsse in Archäologie und Angewandter Mathematik/Informatik mit Promotion in einer der beiden Disziplinen
  • Sie haben bereits erfolgreich KI-Algorithmen und Simulationssysteme für die archäologische Forschung entwickelt, angewendet und publiziert
  • Sie haben einen guten „Track record“ an hochrangigen Publikation, die ihre Expertise widerspiegeln
  • Sie haben hervorragende Kenntnisse zu den verschiedenen Fundassoziationen von Neumark-Nord und ihrer taphonomischen Besonderheiten
  • Sie haben Erfahrung in der Integration und Auswertung heterogener Messdaten aus unterschiedlichen Laborverfahren – etwa spektroskopischer Daten (FTIR), bildgebender Verfahren (BSEM, CT, CLSM) sowie 2,5D-/3D-Datensätze – und in ihrer Überführung in gemeinsam auswertbare Datenstrukturen
  • Sie verfügen über Erfahrung in der nachhaltigen Publikation von Forschungsdaten und Simulationsmodellen in einschlägigen Repositorien (z. B. CoMSES, Zenodo) nach den FAIR-Prinzipien
  • Sie haben nachweisliche Erfahrung in der Modellierung und Simulation von Prozessen über lange Zeitskalen (10³–10⁵ Jahre) sowie in der Validierung solcher Modelle anhand archäologischer Befunde
  • Sie sind in der Lage, Methodenkompetenz in Modellierung und Simulation an Projektbeteiligte zu vermitteln (Workshops, Schulungen, Lehre) und komplexe Analyseergebnisse für interdisziplinäre Partner nachvollziehbar aufzubereiten
  • Sie sind teamfähig und synergiegetrieben und möchten Ihre Expertise und Fähigkeiten in eine diverse Arbeitsgruppe einbringen
  • Projekt- und Publikationssprache ist Englisch; Deutschkenntnisse sind erwünscht, aber keine Voraussetzung

Wir freuen uns auf Ihre vollständige Bewerbung - in einer PDF-Datei - per E-Mail bis zum 27.08.2026. Bitte senden Sie diese an: bewerbung@leiza.de. Kosten, die im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung entstehen, können nicht erstattet werden.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: lutz.kindler@leiza.de

Alle Informationen zur Ausschreibung in der PDF

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