Die Arbeitsgemeinschaft „Archäologisches Publizieren“ entstand aus dem Schwerpunktthema der DArV-Jahrestagung 2013 in Hamburg, das unter dem bewusst offen gewählten Titel „Möglichkeiten und Chancen zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit“ stand. Kaum ein anderes Thema betrifft die archäologischen Fächer so umfassend wie das Publizieren: Ob an Universitäten, Forschungsinstituten, Museen oder Denkmalbehörden, ob in Grabungsfirmen, Verlagen oder freiberuflichen Tätigkeitsfeldern – Archäolog*innen aller Spezialisierungen stehen kontinuierlich vor der Aufgabe, Forschungsergebnisse und archäologische Inhalte in geeigneter Form zu veröffentlichen. Diese Anforderungen beginnen vielfach bereits im Studium und begleiten den Berufsweg in unterschiedlichsten Formen.

Gleichzeitig unterliegt das archäologische Publizieren einem dynamischen Wandel. Neue technische Möglichkeiten, sich wandelnde Publikationsstandards, Fragen der Open-Access-Politik, digitale Formate und veränderte Erwartungen der Öffentlichkeit und der wissenschaftlichen Communities führen zu einer spürbaren Verunsicherung bei Autor*innen, Institutionen und Verlagen. Gerade diese rasante Entwicklung verleiht dem Themenfeld eine hohe Aktualität und Relevanz.

Da sich im Rahmen der Jahrestagung rasch zeigte, dass viele Fragen nur angerissen werden konnten, zugleich aber ein großer Bedarf an weiterführender Diskussion und vertiefter Auseinandersetzung bestand, wurde auf der Mitgliederversammlung des DArV die Gründung einer eigenen Arbeitsgemeinschaft beschlossen. Die AG „Archäologisches Publizieren“ versteht sich seither als Plattform zur gemeinsamen Reflexion und zur praxisorientierten Bearbeitung der vielfältigen Herausforderungen des Publizierens in der Archäologie. Nach dem Vorbild der bestehenden erfolgreichen DArV-Arbeitsgemeinschaften widmet sie sich in regelmäßigen Treffen, Workshops und thematischen Arbeitsgruppen konkreten Fragestellungen – von redaktionellen und technischen Standards über Publikationsethik bis hin zu innovativen Formaten der Wissensvermittlung.

Die AG möchte damit einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung archäologischer Publikationskulturen leisten, den Austausch zwischen den unterschiedlichen Akteur*innen fördern und Wege aufzeigen, wie archäologische Forschung auch in Zukunft verantwortungsvoll, sichtbar und zugänglich gemacht werden kann.

 

Sprecher*innen:

Jessica Bartz
email: bartzjes(at)hu-berlin(dot)de

 

Ehemalige Sprecher*innen:

Holger Kieburg (bis 2025)

 

Thema des AG-Treffens auf der Jahrestagung 2024 in Bochum:

ALT-Texte, Open Access, Urheberrechte und co. Das Publizieren von Abbildungen in Zeiten des digitalen Wandels
Als materialorientiertes Fach sind Publikationen in der Archäologie naturgemäß voll von Abbildungen. Das Scannen lernt man schon im Studium, doch was gibt es zu beachten, will man Abbildungen später veröffentlichen? Was sind publikationsfähige Abbildungen überhaupt? Welche Rechte muss ich beim Veröffentlichen berücksichtigen? Wann und wie muss ich Rechte einholen? Neben diesen sich stets zu stellenden Fragen kommen in Zeiten der Digitalisierung neue Herausforderungen hinzu: Was bedeutet Open Access für das Veröffentlichen einer Abbildung? Was sind ALT-Texte und muss ich diese schreiben? Darf ich KI-generierte Abbildungen einfach so verwenden? Der Workshop will versuchen, einige wichtige Hilfestellungen zu geben, damit einer bildreichen Publikation nichts mehr im Wege steht. 

Workshopmaterialien