Die Etrusker und die italischen Kulturen sind seit den Anfängen der Klassischen Archäologie integrale Bestandteile dieses Fachs. Die zentrale Rolle der Etrusker und Italiker spiegelt sich in den internationalen Kunstsammlungen ab der Renaissance, in Corpora und ersten wissenschaftlichen Studien im 19. Jh., ebenso wie in Ausgrabungen und Feldforschungen. Dennoch gerieten etruskisch-italische Forschungen in den Altertumswissenschaften der deutschsprachigen Länder tendenziell in den Hintergrund und werden teilweise sogar als Randgebiet der Klassischen Archäologie verstanden. Allerdings lassen sich kulturelle und sozio-politische Prozesse der Mittelmeerwelt des ersten Jahrtausends vor Christus ohne die Kulturen der Apenninhalbinsel, Siziliens und Sardiniens kaum nachvollziehen. Die Altertumswissenschaften laufen somit Gefahr, mit der Marginalisierung der Etrusker und Italiker wichtige Perspektiven und Forschungsfelder einzubüßen.

Dieser Entwicklung soll mit der Arbeitsgemeinschaft ‚Etrusker und Italiker‘ entgegengewirkt werden. Die Arbeitsgemeinschaft wurde auf Initiative von Friederike Bubenheimer-Erhart bei der 40. Jahrestagung des Deutschen Archäologen-Verbandes 2010 gegründet und befasst sich zunächst mit der Frage, wie dieses Forschungsfeld innerhalb des Faches wieder gestärkt und nachhaltig gefördert werden kann. Darüber hinaus bietet die AG auch Raum für inhaltliche Auseinandersetzungen mit entsprechenden Themen.

Plattformen für Diskussion solcher Themen und aktueller Forschungen (Abschlussarbeiten von Studierenden, Promotionsvorhaben, Institutsprojekte, etc.) bieten vor allem die Treffen der Arbeitsgemeinschaft. Diese finden ein- bis zweimal jährlich an wechselnden Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Die Treffen werden von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft organisiert und sind je nach Ausrichtung und Interessenlage der Organisatoren schwerpunktmäßig verschiedenen Themen gewidmet.

Bisherige Themen bei AG-Treffen waren etwa die Forschungs- und Rezeptionsgeschichte (Hannover 2012), Analysen von Gräbern und Nekropolen (Zürich 2013), Bronzen (Mainz 2013), Heiligtümer (Bonn 2014), Italien in hellenistischer Zeit (Stuttgart 2015), Keramik (Hamburg 2016), Siedlungs- und Stadtgenesen (Berlin 2017), Kultur und Identität (Karlsruhe 2018), Grenzen als Kontaktzonen (Leipzig 2019) sowie Gesellschaft und Familie (Wien 2020). Informationen über die nächsten Treffen werden zunächst per Rundmail an die AG-Mitglieder versandt und darauffolgend per Email den DArV-Mitgliedern und auf der Website bekanntgegeben.

Die Arbeitsgemeinschaft ‚Etrusker und Italiker‘ zählt mittlerweile über 100 Mitglieder und versteht sich als Forum für diejenigen, welche dieses Themengebiet erforschen, diskutieren und sich dafür interessieren. Studierende der Altertumswissenschaften sind ebenso daran beteiligt wie Hochschullehrer und Mitarbeiter von Museen oder anderen Forschungseinrichtungen. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen! Für Mitglieder des DArV genügt eine kurze Email an die Sprecher, Nicht-Mitglieder sollten zuerst eine Aufnahme in den Verband bei der Geschäftsstelle des DArV beantragen (Frau Ingrid Hitzl, geschaeftsstelle@darv.de).

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft werden durch Rundmails, die in loser Folge versandt werden, über sämtliche Aktivitäten und Anliegen informiert. Alle Mitglieder des DArV erhalten Informationen über die Arbeitsgemeinschaft ‚Etrusker und Italiker‘ in Form von jährlichen zusammenfassenden Berichten, die in den Mitteilungsheften abgedruckt werden. Bei den Jahrestagungen des DArV wird im Rahmen der Mitgliederversammlung regelmäßig aus den Arbeitsgemeinschaften berichtet.

Die AG ‚Etrusker und Italiker‘ stellt auf der Website des DArV auch Informationen, die von ihren Mitgliedern zusammengetragen werden, bereit. Dazu gehören im Mitgliederbereich unserer Arbeitsgemeinschaft ein Verzeichnis der Lehrveranstaltungen, eine Liste der Qualifikationsarbeiten an deutschsprachigen Universitäten, eine Übersicht über Museen und Sammlungen, die Protokolle der bisherigen Treffen und die Rundmails. Auf der Facebookseite der AG (https://de-de.facebook.com/etruskerunditaliker) werden die eigenen Veranstaltungen gepostet sowie Tagungen, Ausstellungen, Veranstaltungen und News geteilt.

Wir hoffen, dass die vielfältigen von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft ausgehenden Aktivitäten dabei helfen, neue Diskussionen, Vernetzungen und einen regen Austausch zu den Etruskern und italischen Kulturen im deutschsprachigen Raum nachhaltig anzuregen.

Kontakt

Dr. Raffaella Da Vela,  Universität Tübingen, SFB 1070 RessourcenKulturen, Gartenstraße 29, 72072 Tübingen

Mail: velasnas@gmail.com

Dr. des. Robinson Peter Krämer, Universität Rostock, Heinrich-Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften, Klassische Archäologie. Schwaansche Str. 3, 18055 Rostock

Mail: robinson.kraemer@uni-rostock.de

Facebook: de-de.facebook.com/etruskerunditaliker