Nach dem sehr gut besuchten ersten Vortrag der AG zur archäologischen Forschungsgeschichte Österreichs im vergangenen Semester folgt nun gemeinsam mit der ÖGUF dieses Semester ein weiterer spannender Vortrag.
Ortwin Hesch wird uns am 21. April um 18:30 in der Uni Graz Einblicke in die "Notizbücher als Grabungsdokumente. Die handschriftlichen Aufzeichnungen Walter Schmids von den archäologischen Untersuchungen in Flavia Solva 1911–1918" geben.
In den Jahren 1911 bis 1918, also kurz vor Ausbruch und während des Ersten Weltkriegs, fanden umfangreiche archäologische Grabungen in Flavia Solva statt. Geleitet wurden sie von dem 1912 zum „Landesarchäologen“ und Leiter der prähistorischen Sammlung und des Antikenkabinetts am Joanneum in Graz ernannten Walter Schmid, in dessen Nachlass sich insgesamt zwölf Notizbücher erhalten haben, in denen er die Ergebnisse seiner Untersuchungen in Flavia Solva sehr ausführlich und detailreich beschrieben hat. Da Schmid Grabungsberichte meist nur in kürzeren Artikeln in Fachzeitschriften oder Tageszeitungen veröffentlichte, jedoch keine umfassenderen wissenschaftlichen Publikationen seiner Forschungsergebnisse vorlegte, kommt diesen als eine Art Grabungstagebüchern verfassten Notizheften erhöhte Bedeutung zu. Denn Schmids im Auftrag des k. k. Österreichischen Archäologischen Instituts zu Beginn mit Hilfe von Sträflingen, ab 1915 dann von serbischen, russischen und zuletzt auch italienischen Kriegsgefangenen durchgeführte großflächige Grabungen stellen bei allen – gewiss auch der damaligen Zeit und den besonderen Umständen geschuldeten – Mängeln bis heute die Grundlage unseres Wissens über den Stadtplan, die Grundrissgestaltung der regelmäßig angelegten Häuserblöcke und den Verlauf der Straßen sowie die Gesamtausdehnung Flavia Solvas dar. Nicht zuletzt konnten durch die von Schmid geleiteten umfangreichen Grabungen aber auch die z. T. sehr reiche Ausstattung einzelner Gebäude mit Fußbodenheizungen, Mosaiken und Wandmalereien und der damit verbundene hohe Lebensstandard zumindest eines Teils der Bewohner der einzigen antiken Stadt auf dem Gebiet der heutigen Steiermark nachgewiesen werden.
Der Vortrag wird natürlich auch via Zoom übertragen.
Zugangsdaten für Teilnahme über Zoom
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Meeting-ID: 815 7858 4608 und Kenncode: 382961
Alle Informationen auch im Flyer
