"Einst und jetzt" - Standard und Luxus des Warmbades in römischer Zeit

13.06.2024 00:00 - 00:00

Frontinus-Gesellschaft e.V.

Internationale Gesellschaft für die Geschichte der Wasser-, Energie- und Rohrleitungstechnik

Herzliche Einladung

zum Online-Vortrag (ZOOM) am 13.06.2024, 18.00 Uhr (MEZ)

 

Dr. Hubertus Manderscheid

 

"Einst und jetzt" - Standard und Luxus des Warmbades in römischer Zeit

(Vortrag in Deutsch)

Hubertus Manderscheid ist freiberuflich tätiger Archäologe. 1977 hat er an der Universität zu Köln promoviert. Seit 1978 lebt er in bzw. in der Nähe von Rom. Zwei seiner Hauptarbeitsgebiete sind die Architektur, dekorative Ausstattung und Hydro- und Heiztechnik antiker Badeanlagen sowie römische "Wasserarchäologie". Dazu hat er eine Reihe größerer und kleinerer Beiträge vorgelegt (Rom, Ostia, Pompei u.a.m.). Seine rezente Monographie (2020) beschäftigt sich mit der "Wasserbewirtschaftung, Hydrotechnik und Wasserarchitektur von Minturnae", und seine aktuelle Arbeit über "Klimatisierung von Wohn- und Repräsentationsarchitektur in Rom und Latium" steht kurz vor der Veröffentlichung. Er ist Korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts, und 2018 ist ihm die Frontinus-Medaille verliehen worden.

Hubertus Manderscheid über seinen Vortrag:

Sowohl die Schriftquellen als auch die archäologischen Befunde belegen die Entwicklung des römischen Badewesens vom einfachen "Waschbecken" für die körperliche Reinigung hauptsächlich mit kaltem Wasser bis hin zum "beheizten Swimmingpool", dem Nonplusultra der römischen Badekultur. Eine entscheidende Rolle hat dabei die Erfindung der Hypokaustenheizung bzw. ihre Anwendung in Badekontexten gespielt. Mit ihrer Hilfe konnten nicht nur die Thermenräume erwärmt werden, sondern auch die Warmwasserbereitung ist durch sie revolutioniert worden. Es entwickelt sich nach und nach ein Standard, der sich in zahllosen Badeanlagen widerspiegelt. Ein zweiter Faktor hat große Konsequenzen für das Badewesen gehabt: der vermehrte Bau von Fernleitungen, mit denen in zahlreiche Städte des Römischen Reiches täglich ein beträchtliches, gleichbleibendes Volumen von qualitativ hochwertigem Wasser transportiert wurde. Damit war es möglich, größere Bäder zu errichten und gleichzeitig die Zahl und die Dimensionen der Badebecken samt den Kesselanlagen zur Wassererwärmung zu erhöhen. Auf diese Weise konnten immer mehr Menschen am Badeleben teilhaben. Die Thermenarchitektur und -technik hat letztlich einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das soziale Leben der Römer gehabt. Von diesem Standard, der für die Massen bestimmt war, heben sich diejenigen Anlagen ab, die ein "Mehr" aufweisen, eben den Luxus der beheizten piscina.

Die Zugangsdaten für das Online-Meeting (ZOOM) lauten wie folgt:

https://us02web.zoom.us/j/87933930044?pwd=dlk4REZ4S0NnL3k2RGN2TVdtZTd3Zz09

Meeting-ID: 879 3393 0044
Kenncode: 631844

 

 

Prof. Dr.-Ing. Hans Mehlhorn                             Dipl.Ing. Gilbert Wiplinger

Präsident der Frontinus-Gesellschaft                Obmann des Wissenschaftlichen Beirats

                                                                            der Frontinus-Gesellschaft