CfP - 14. Diskussionen zur Archäologischen Bauforschung

23.06.2024 Ganztags

Call for Papers

14. Diskussionen zur Archäologischen Bauforschung

11.–13. November 2024, Berlin

 

BEWEGT

Dynamische Aspekte antiker Architektur

Das Architekturreferat an der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts freut sich, Ihnen das 14. internationale Kolloquium der Reihe »Diskussionen zur Archäologischen Bauforschung« ankündigen zu können, das vom 11. bis 13. November 2024 in Berlin stattfinden wird. Aus Anlass des 50jährigen Bestehens der Kolloquiumsreihe, die 1974 mit einer Tagung zur antiken Stadt und ihren Teilbereichen eröffnet wurde, soll beim 14. Kolloquium der Diskussionscharakter der Veranstaltung gestärkt werden. Geplant sind drei Sektionen mit anschließenden Podiumsdiskussionen der jeweils Vortragenden und eine ausführliche Abschlussdiskussion mit allen Beteiligten. Hiermit möchten wir Sie zur Einreichung von Vortragsvorschlägen einladen.

Architektur wird allzu häufig als Hülse betrachtet, innerhalb derer Bewegung und dynamische Lebenswelten entstehen. Doch beinhaltet die gebaute Architektur selbst Elemente, die ihr dynamische Aspekte verleihen. In dieses Feld fallen mechanische, also für die Bewegung konzipierte und mit dem Bau selbst verbundene Elemente, beispielsweise zur flexiblen Trennung oder Zusammenführung von Räumen durch jede Art von Verschluss (wie Türen, Tore, Fenster, Läden, Faltwände oder Textilien), aber auch technische Bauwerke im Bereich der Infrastruktur oder Wehrtechnik. Weiterhin betrifft die Beweglichkeit insbesondere temporäre und damit meist ephemere Bauten und Konstruktionen, wie sie etwa aus dem Bereich der Theaterarchitektur überliefert sind. Beide Aspekte vereinen sich in den originär dynamischen Lebensphasen eines Gebäudes, nämlich während der Errichtung, im Rahmen von Um- und Abbauten oder der Translozierung ganzer Bauten oder Bereiche, so dass auch Fragen der Baulogistik angesprochen sind.

Allen diesen Anwendungen ist gemein, dass für Konstruktion und Betrieb vorwiegend vergängliche Materialien zum Einsatz kamen, sodass häufig nur noch Einlassungen, Abdrücke, Nutzungsspuren oder Befestigungspunkte in haltbareren Bauteilen indirekt von ihrer einstigen Existenz am konkreten Bauwerk zeugen und in Verbindung mit in Schrift- und Bildquellen überlieferten Informationen die Grundlage für Rekonstruktions- und Funktionshypothesen bilden. Damit kommt für das Erkennen, Dokumentieren und Interpretieren derartiger Befunde den Methoden der archäologischen Bauforschung und dem Wissen über antike Bau- und Konstruktionstechnik besondere Bedeutung zu. Kernfragen der Bauforschung nach Bauprozessen, Gewinnung, Vorbereitung und Verwendung von Materialien im konstruktiven Gefüge sowie zu Nutzungsdauer und Wartungszyklen beweglicher Baukomponenten treten in den Vordergrund.

Das Kolloquium möchte einen Überblick über dynamische Aspekte und die mit ihnen verbundenen Phänomene im antiken Bauwesen liefern und eine Diskussion zum methodischen Umgang mit den damit verbundenen Befunden anregen. Dabei sollen auch Fragen der interdisziplinären Zusammenarbeit von Bauforschung und Bautechnik- und Konstruktionsgeschichte erörtert werden. Gesucht werden Beiträge zu Fallstudien, die sich in diesem Spannungsfeld bewegen. Die Kolloquiumssprachen sind Deutsch und Englisch. Wir freuen uns auf die Zusendung Ihrer aussagekräftigen Vortragsvorschläge in Form eines Abstracts mit maximal 300 Wörtern und eines kurzen Lebenslaufs in Deutsch oder Englisch bis zum 23.06.2024 an: architekturreferat(at)dainst(dot)de

Mit besten Grüßen

Katja Piesker, Julian Bauch und Tobias Busen